Für Frieden - gegen Gewalt und Vergessen. Briloner erinnern an Nazi-Terror vor 80 Jahren

Erstellt am 24.11.2018

Brilon. Schreie, Feuer, Zerstörung. Die Reichspogromnacht am 9.November 1938 zerstörte viele Existenzen. Die jüdische Bevölkerung wurde noch nie zuvor so schikaniert. Synagogen brannten, jüdische Geschäfte wurden geplündert. Heute wissen wir, es war ein Propagandazug des NS-Regimes.
Unter dem Thema „Weg des Gedenkens“ veranstaltete das Jugendparlament in Brilon in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde und der Propsteigemeinde St. Petrus und Andreas am diesjährigen 9. November eine Gedenkfeier anlässlich der schrecklichen Nacht vor 80 Jahren. Damit wollten sie ein Zeichen für den Frieden und gegen jegliche Gewalt und das Vergessen setzen. Der „Weg des Gedenkens“ begann am ehemaligen jüdischen Friedhof und führte durch die Stadt zu drei Häusern, vor denen Stolpersteine verlegt worden sind, bis zum Denkmal der ehemaligen Synagoge. An jedem Ort erinnerten Schülerinnen und Schüler der AG „Schule ohne Rassismus“ an der Heinrich-Lübke-Schule, sowie eine ehemalige Praktikantin des Stadtarchivs, an das jüdische Leben in Brilon und an die Schicksale der Familien, die in den Häusern gelebt hatten. Der evangelische Pfarrer Rainer umrahmte die Veranstaltung mit Gedichten.
Über 150 Menschen, unter anderem Vertreter der Jungen Union, des Stadtrates sowie des Jugendparlaments, als auch der Pfadfinder folgten dem Weg. Den Abschluss bildete eine kurze Ansprache des Bürgermeisters Dr. Christof Bartsch, in der er auf den wachsenden Antisemitismus aufmerksam machte. Er hob die große Teilnahme an der Gedenkfeier hervor, die er als ein Zeichen gegen den Rechtsruck in Deutschland ansieht. IN