Unterwegs zueinander - Region Ost pilgerte zum vierten Mal gemeinsam

Erstellt am 17.10.2018

Kurz nach dem Start passiert die Gruppe das Ramsbecker Bergbaumuseum.

Nach dem langen trockenen Sommer tut eine Wanderung im Regen gut.

Geborgen in der Schutzhütte verfolgt die Gruppe die Predigt.

Ramsbeck/Bestwig. Seit drei Jahren sind die Leitungsgremien der vier Gemeinden im Osten des Kirchenkreises Arnsberg auf dem Weg zu mehr Zusammenarbeit. Anfang September trafen sich Mitglieder aller Presbyterien, um die inhaltliche Füllung und die Besetzung einer zusätzlichen Pfarrstelle für die flächengrößte Region im neuen Kirchenkreis Soest-Arnsberg vorzubereiten. 
Vier Wochen später begann in der Ramsbecker Petruskirche der vierte gemeinsame Pilgergottesdienst. 40  Gemeindeglieder aus Olsberg-Bestwig, Brilon, Marsberg und Medebach, die sich nicht scheuten unterwegs auch nass zu werden, wurden von Pfarrer Burkhard Krieger (Olsberg-Bestwig) begrüßt. Sein Kollege Dietmar Schorstein (Olsberg-Bestwig)  hatte den Pilgergottesdienst „Zwischen Bergbau und Bahn“ vorbereitet. Zwei katholische Ramsbecker Winfried Morfeld und Friedrich Schröder erzählten von der Hoch-Zeit des Erzabbaus in Ramsbeck. In der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte es einen regelrechten „Goldrausch“ gegeben, dessen Erwartungen sich jedoch nicht erfüllten. Etwa 1500 Bergarbeiter aus dem Erzgebirge zogen mit ihren Familien ins Sauerland. Die meisten kamen aus prekären Verhältnissen, viele konnten weder schreiben, noch in der Bibel lesen. Die Referenten lobten den damaligen Vikar Disselhoff, der zusammen mit dem katholischen Kollegen den  körperlich und seelisch hungrigen Menschen diakonische und seelsorgerliche Unterstützung gab. Disselhoff habe damals den Grund der evangelischen Gemeinde in Ramspeck gelegt. Die Wanderer sahen unterwegs ein Gebäude, das vor knapp 200 Jahren als Krankenstation für die Bergarbeiterfamilien diente. Ein Arzt aus Meschede kam einmal in ihn Woche vorbei. Er konnte meist nur erste Hilfe leisten.
Die Wandergruppe dankte den Gästen mit Beifall und zog auf der ehemaligen Eisenbahntrasse weiter. In der Kirche hatte Pfarrer Dirk Schmäring (Olsberg-Bestwig) den Gottesdienst mit Psalm und Gebet begonnen. Pfarrer Markus Pape (Marsberg) sprach am alten Friedhof vor der Petruskirche ein Kyriegebet. Der Friedehof  ist stillgelegt, lädt jedoch als  geistlicher Ort  zum Nachdenken ein. In Schutzhütten am Wegesrand setzten Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer (Brilon) mit einer kurzen Predigt, die zum Grenzen Überschreiten anregte, und Pfarrer Uwe Steinmann (Medebach) mit einem Fürbittgebet den Gottesdienst fort.
Kräftiger Regen durchnässte die Wanderer in Heringhausen. Gut, dass am Ziel die beheizten Bänke in der Bestwiger Kreuzkirche auf sie warteten. Pfarrer Frank Mönnig  lud zum Abendmahl, Pfarrer Dietmar Schorstein (beide: Olsberg-Bestwig) spendete den Segen. Anschließend ließen sich alle das von Petra Lück vorbereitete Essen im Gemeindesaal schmecken. „Nächstes Jahr geht es in Marsberg weiter!“- lud Pfarrer Markus Pape alle ein.

 

Bilder: Martin Patzsch