Kirchenasyl für junge Geflüchtete – Nächstes Unterstützertreffen: 17. Januar

Erstellt am 15.01.2018

Brilon. Seit Anfang Januar gewährt die Ev. Kirchengemeinde Brilon einer jungen Frau aus dem Libanon Kirchenasyl. Sie fürchtet um Leib und Leben in der Heimat und ist deshalb nach Deutschland geflohen. Da sie über ein anderes europäisches Land eingereist ist, ist dieses zunächst auch für die Entscheidung über ihren Asylantrag zuständig. Daher wurde er erst einmal in Deutschland abgelehnt. Sechs Monate muss sie nun in Deutschland leben. Dann wechselt die Zuständigkeit zu den deutschen Behörden und es kann hier über einen erneuten Asylantrag entschieden werden. Das ist das Ziel des Kirchenasyls. Familienangehörige, in deren Nähe sie sich geborgen fühlt, leben in Deutschland. „Nach den Erfahrungen, die sie gemacht hat, braucht sie einen sicheren Ort“, findet Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer.  „Kirchenasyl ist kein Untertauchen“, erklärt Pfarrer Rainer Müller. „Alle Behörden wissen Bescheid und kennen ihren Aufenthaltsort“. Mit Hinweis auf eine offizielle Verabredung zwischen den Kirchen und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hält Rainer Müller fest: „Wir erzwingen keine Entscheidung, wir ermöglichen einen ergebnisoffenen Prozess.“

Vor mehreren Monaten fällte das Presbyterium die Grundsatzentscheidung: Sie würden Menschen aus Krisengebieten Kirchenasyl gewähren, wenn diesen dadurch in ihrer Notlage geholfen werden kann. Im Fall der jungen Frau haben ein Anwalt und ein Mitarbeiter im Institut für Kirche und Gesellschaft der Ev. Kirche von Westfalen den Erfolg des Kirchenasyls in Aussicht gestellt. Kathrin Koppe-Bäumer: „Wir folgen damit dem biblischen Auftrag, Fremden zu helfen und ihnen Schutz zu gewähren.

„Zwei Tage vor Weihnachten erreichte uns die Anfrage“, erzählt die Pfarrerin. „In einer Sondersitzung Ende Dezember beschlossen wir, unsere Türen zu öffnen. Dabei hat uns sehr geholfen, dass uns Unterstützung zugesagt wurde“. Rolf Plauth, Koordinator der Briloner Integrationspaten und -patinnen hatte genügend Menschen gewinnen können, die dem Unterstützerkreis beitraten. Von anfänglich 13 Menschen ist der Kreis inzwischen auf über 20 gewachsen. „Besonders froh“, so Plauth, „sind wir, dass arabisch sprechende Menschen, die seit längerem in Brilon leben, uns unterstützen“. Yahya ein Syrer, der in Brilon lebt, erteilt der jungen Frau Deutschunterricht. Er und andere, die ihre Muttersprache sprechen, helfen ihr, mit der belastenden Situation zurecht zu kommen. Auch Menschen aus Olsberg helfen tatkräftig mit. „Die seit Jahren gut funktionierende, von der Stadt, den Kirchen und vor allem von engagierten Bürgerinnen und Bürgern getragene Flüchtlingsarbeit trägt Früchte“, freut sich kathrin Koppe-Bäumer. „Wir sind Rolf Plauth, der die Unterstützung des großen Teams organsiert, sehr dankbar“, sagt Rainer Müller. „Ohne sie alle könnte die Kirchengemeinde kein Kirchenasyl gewähren.“
Praktisch sorgt der Unterstützerkreis dafür, dass ein Gastzimmer eingerichtet wurde, dass die junge Frau ihre Wäsche waschen kann und Lebensmittel bekommt. Und was am wichtigsten ist: Sie  besuchen sie.

Rolf Plauth und das Presbyterium sind froh, dass die Aufgaben auf vielen Schultern ruhen. Wer sich einbringen möchte mit Zeit oder Spenden, ist dazu herzlich willkommen.  Am Mittwoch, 17. Januar um 18.00 Uhr trifft sich der Unterstützerkreis wieder, um die Aufgaben der nächsten Zeit zu verteilen. Im Moment trägt die Kirchengemeinde alle entstehenden Kosten und freut sich über Spenden: Sparkasse Hochsauerland - DE72 4165 1770 0000 0685 28, Volksbank Brilon Büren Salzkotten - DE79 4726 1603 0003 4403 00; Stichwort: Kirchenasyl.