Rohstoffretter helfen Mitmenschen - Kirchengemeinde macht mit bei Handy-Sammel-Aktion

Erstellt am 12.02.2017

Konfirmanden und Konfirmandinnen gestalten den Gottesdienst zur Eröffnung der Handy-Sammel-Aktion in der Ev. Kirchengemeinde Brilon.

 

Brilon.  Einen Tag lang beschäftigten sich Briloner Konfirmandinnen und Konfirmanden mit: Einkaufen im globalisierten Shop. Beispielhaft erfuhren sie, wo Handys konzipiert und entworfen werden – in schicken Büros von gut bezahlten Ingenieuren und anderen kreativen Köpfen, dass die für den Bau der Handys nötigen Edelmetalle wie Gold, Kupfer und Zinn in Ländern gefördert werden, wo Arbeitskräfte ausgebeutet werden. Dass sie zusammengesetzt werden in chinesischen Fabriken, wo zahlreiche Menschen wegen unmenschlicher Arbeitsbedingungen sich schon das Leben nahmen. Die Wertschöpfungskette geht weiter über den oft kurzen Gebrauch von Handys durch Kinder, Jugendliche und Erwachsene in aller Welt bis nach Afrika. In Ghana landen Handys auf Elektroschrotthalden. Kinder und Jugendliche schmelzen die Wertstoffe aus ihnen heraus, verkaufen sie zu kleinem Preis und atmen giftige Dämpfe ein.

Was macht ihr mit gebrauchten veralteten Handys? fragten Margot Bell, Pfarrerin für  Mission, Ökumene und Weltverantwortung, und die Briloner Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer die Jugendlichen. Zwei Drittel von ihnen gab an, zwei oder mehr alte Handys in ihren Zimmern aufzubewahren. Dabei könnten aus diesen Schatzkisten – 100.000 von ihnen vermutet man in Deutschland - zahlreiche Wertstoffe gewonnen und in den Produktionskreislauf zurückgeschleust werden.
Aktuell machen Organisationen wie „Brot für die Welt“ und die Telekom gemeinsame Sache. Sie rufen in Nordrhein-Westfalen zur Handy-Sammel-Aktion auf. Die Briloner Kirchengemeinde hat zwei Sammelboxen bestellt und die Jugendlichen mit Arbeitsmaterial, das MÖWe-Mitarbeiterin Johanna Schäfer klug zusammengestellt hat, mit der Thematik vertraut gemacht.Im Gottesdienst präsentierten sie selbst gemachte Werbeplakate für die Aktion und luden die Gemeinde ein, alte Handys im Gemeindebüro in die Sammelbox zu legen.  Ein Konfirmand trug eine aktualisierte Geschichte vom Barmherzigen Samariter vor: Am Straßenrand  liegen die Arbeiter der chinesischen Handyfabriken. Ihr Arbeitgeber hat sie ausgeraubt. Die Chefs von Apple und Samsung gucken weg und telefonieren, während der Chef von „Fairphone“ den Opfern gerechtere Arbeitsmöglichkeiten schafft.
Die Jugendlichen hatten einen Film über das Fairphone gesehen: Die niederländischen Firmeninhaber finanzieren den indonesischen Zinnschürfern ein Messgerät, mit dem sie ihre Erträge genau bestimmen können und so von den Minenbesitzern gerecht entlohnt werden müssen. Andere Arbeiter und Arbeiterinnen erhalten Prozente der Einkaufspreise. Damit werden ihre Löhne aufgestockt, Arbeitsbedingungen verbessert und eine Elektronik-Recycling-Fabrik in Ghana gebaut.
Die Sammler erhalten eine Urkunde, auf der bestätigt wird, wieviel Rohstoffe sie gerettet haben. Außerdem überweist die Telekom das Geld, das sie für die Wertstoffe erhält, an Brot für die Welt. Damit werden Projekte unterstützt, die sich für mehr soziale Gerechtigkeit im Kongo, auf den Philippinen und in Südafrika einsetzen.

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