Pfingstfest in Brilon

Beten, singen, tanzen für Frieden, Respekt und Anerkennung - Café International feierte ein rauschendes Fest

 

Brilon. Pfingsten feiert die Kirche, dass Menschen sich mit Gottes Hilfe verstehen. Pfingstsonntag 2017 feierten Briloner und Brilonerinnen vom Café International in der Evangelischen Kirchengemeinde, dass sie und Menschen aus vielen fremden Ländern sich verstehen, dass sie zusammen singen, essen, reden, beten und feiern können. Vorbereitung und Durchführung des Festes wurden tatkräftig mitgetragen vom Koordinator der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit der Diakonie Ruhr-Hellweg e.V. Rolf Plauth. Er hatte auch erfolgreich finanzielle Mittel von der „Komm an“-Förderung des Landes NRW dafür beantragt.
Nachmittags wimmelte es bunt an den Ständen zwischen Evangelischer Stadtkirche und Gemeindezentrum.
Etwa zweihundert Menschen beteten zusammen in der Kirche für den Frieden. Pfarrer Rainer Müller eröffnete mit Musik und biblischem Gebet.

Vaskar Rahmann aus Bangladesch, Rafiq Ahmad aus Pakistan und Tashi Tsering aus Tibet beteten in ihrer Landessprache und auf Deutsch. Dankten für das Fest und die Gemeinschaft und baten um Frieden für alle Menschen, um gegenseitigen Respekt, um die gleiche Anerkennung von Männern und Frauen. Für Deutsche war es eine aufschlussreiche Erfahrung, in der eigenen Kirche Worte nicht sofort zu verstehen.
Im Konzert am frühen Abend musizierte der syrische Christ Ibrahim Keivo auf seinen bauchigen Saiteninstrumenten. In fünf Sprachen, die man in Syrien spricht, begrüßte er das Publikum. In allen Sprachen bekam er eine Antwort. Danach sang er alte mesopotamische Lieder und weitere Stücke  aus seiner Heimat. Seine volltönende Stimme erfüllte die Kirche, sein Lachen und seine freundlichen Worte schufen Kontakt. Die Menschen im Publikum sangen mit, reagierten mit Zurufen und Klatschen und tanzten am Ende um den Sänger herum.
Tanzten auf ihrem Weg zurück ins Gemeindehaus, wo Monika Grosse-Vollmer mit ihrem Team von Café International aus den vielfältigen und zahlreich mitgebrachten internationalen Speisen ein einladendes Buffet aufgebaut hatte. Viele Frauen aus unterschiedlichen Ländern hatten gekocht und gebacken, so dass eine bunte Auswahl an fremdländischen Gerichten auf alle wartete. Nachdem auch die moslemischen Besucher wegen des zurzeit gefeierten Ramadans endlich essen durften, war der Andrang am Büffet groß, aber alle wurden reichlich satt.
In ausgelassener Stimmung ging es weiter: Die afrikanischen Besucher stimmten mit Trommeln einen mitreißenden Rhythmus an, syrische und iranische Gäste tanzten und forderten alle auf, mit zu tanzen und mit zu klatschen. Eine Polonaise der Nationen zog quer durch den Gemeindesaal und alle hatten einen Riesenspaß. Zwei iranische Mädchen führten einen orientalischen Tanz auf. Bis 23.00 Uhr dauerte das Fest. Müde aber glücklich und voller Dank gingen die Besucher nach Hause oder wurden von den Integrationspaten in die Dörfer gefahren. Eine oft gestellte Frage an diesem Abend war: Wann feiern wir wieder so ein schönes Fest?

Text: KKB    Bilder: KKB und GroVo