Gerechte und faire Lösungen für morgen finden Ev. Kirchengemeinde lädt zu Auftaktveranstaltung „Ökofair einkaufen – wie geht das?“ ein.

Das Beschaffungsteam Brilon lädt zur Auftaktveranstaltung ein. Bild: KKB

Dorothee Wenken von der DJH Brilon gibt Erfahrungen weiter. Bild: KKB

Brilon. „Zukunft ist möglich“. Wir wollen etwas dafür tun – beschloss  das Presbyterium der Ev. Kirchengemeinde Brilon  im Januar 2017 und schloss sich damit einer Projektidee an, die es in der Evangelischen und Katholischen Kirche in Deutschland unter dem Motto „Zukunft einkaufen“ schon seit mehreren Jahren gibt. Die Ev. Kirchengemeinde Brilon möchte am Erntedankfest 2018 das Siegel „Wir beschaffen ökofair“ überreicht bekommen.

Zum öffentlichen Auftakt des Prozesses lädt sie Briloner und Interessierte aus der Region und den Kirchengemeinden am Mittwoch, 28. Juni um 19.30 Uhr  zur Veranstaltung: "Ökofair einkaufen - wie geht das?" ein.
Es werden einige Szenen aus dem Film “Tomorrow-die Welt ist voller Lösungen“ gezeigt. Dirk Hillerkus vom Amt für Mission, Ökumene und Weltverantwortung in der Evangelischen Kirche von Westfalen stellt den Prozess „Wir beschaffen ökofair“ vor.
Außerdem ist das Publikum dran: Adressen von regionalen Anbietern für Obst und Gemüse, Papier und anderen Produkten werden gesammelt. Ideen können geteilt werden: Adressen von Geschäften, die ökologisch und fair produzierte Produkte günstig anbieten, Restaurants mit nachhaltiger Speisekarte, Lieferservices, die regionale, faire und ökologische Produkte an die Haustür bringen, was man machen kann aus Verpackungsmaterial, wie man Plastik ersetzt….

Im Februar brachte ein Gespräch mit Dorothee Wenken, die mit ihrem Mann die Briloner Jugendherberge leitet, wichtige Anregungen. Seit 1992 arbeitet das Team der Jugendherberge daran, seine Einrichtung nachhaltig zu bewirtschaften. „Alles, was wir tun, hinterfragen wir aus Umweltsicht, der Schutz unserer Ressourcen und unseres Planeten lagen uns immer am Herzen“, sagt Wenken. Sie hat Erfolg: Die Briloner Umwelt-Jugendherberge wirtschaftet CO2-neutral und ist offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.
Wenken hat lange schon Bündnispartner gesucht. Im Gespräch gab sie praktische Tipps: Wann sie mit frischen Tomaten kocht, wann sie eher zu Konserven greift, welches Backpapier wiederverwertbar ist, wie man den einen Abfall vermeidet und anderen nutzen kann. Sie ermutigte das Beschaffungs-Team der Kirchengemeinde, das Pfarrer Rainer Müller, Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer im März mit Mitgliedern der Köchelnden Kerle und des Gemeindefrühstücks, der Gemeindesekretärin, der Küsterin und anderen an Umweltschutz und Gerechtigkeit interessierten Gemeindegliedern gründeten. Zusammen formulierten sie vier Leitlinien für den Zertifizierungsprozess:

1. Wir wollen unsere Verantwortung gegenüber der Welt, in der wir mit anderen Menschen in anderen Regionen leben, und den nachkommenden Generationen ernstnehmen.
2. Wir wollen mit unserer Kleidung, unserem Essen, unserem Energieverbrauch und den Materialien, die wir nutzen, nicht zu Lasten anderer leben.
3. Wir wollen das, was wir brauchen, nachhaltig beschaffen.
4. Wir wollen durch unser Beispiel andere zum Umdenken und anders Handeln anregen.

Die Ev. Kirchengemeinde Brilon hofft auf viele Gäste. „Wir sind gespannt auf Ideen, die uns dabei helfen, Lösungen zu entdecken für faires und gerechtes Leben heute und morgen“, sagt Kathrin Koppe-Bäumer.   Text: KKB