Laufen, reden, schweigen, singen - Viele machten mit beim geistlichen Abendspaziergang.

Erstellt am 25.07.2017

Nach dem Spaziergang lud Schwester Regina ein zu frischem Brot und Wasser.

„Manchmal kann man beim Geistlichen Abendspaziergang im Matsch steckenbleiben – im Leben auch“, für diese Erfahrung legte eine der 33 Teilnehmerinnen ihren Sportschuh in die Mitte. Schwester Regina legte ihre Wanderstöcke dazu, aufeinandergelegt wie ein Kreuz. Eine verstorbene Schwester hatte sie ihr mal geschenkt. „Im Geist war sie unterwegs dabei.“ Andere legten Baumrinden in Phantasie anregenden Formen, viele Heil-und Wildkräuter und natürlich auch Steine ab. Zum Abschluss des 90-minütigen Gangs in Thülen, der am Friedhof des Josefshauses begann, unter Baumalleen, am Marienhäuschen vorbei, durchs Freudental hinauf bis in den Wald und wieder zurück verlief, konnte -  wer wollte - etwas ablegen, das für Erfahrungen unterwegs stand. Schwester Regina hatte die Route ausgesucht, Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer hatte an Stationen unterwegs Lebenssituationen einbezogen und gedeutet mit den 12 Strophen des Liedes „Befiehl du deine Wege“ von Paul Gerhardt. Sein Leben dem anvertrauen, „der Wege weiß für Wolken, Luft und Winde“ das empfahl der Dichter und Pastor seinen vom 30-jährigen Krieg verstörten Gemeindegliedern. Er verschwieg nicht, dass Vieles Menschen von Gott trennt und dass manchmal Gott ganz weit weg zu sein scheint. Trotzdem. Seine Devise lautete: ausharren, auf Gott vertrauen und ihn immer wieder bitten, Not und Krieg zu beenden. Viele der alten Worte klangen zwar altertümlich, doch ihr Sinn ließ sich gut auf heute übertragen. Die Spaziergänger aus Brilon, aus  Briloner Ortsteilen und aus Wünnenberg wollten gern die Strophen singen. Zwischendurch unterhielten sie sich, „das tut gut, mit anderen zu gehen und zu reden“ meinte eine Frau am Ende. Es war aber auch möglich, mit allen eine Strecke lang zu schweigen, nur die Geräusche aus dem Wald und von der Straße zu hören und zu spüren: Andere gehen mit auf meinem Weg. Abschließend lud Schwester Regina ins Atrium des Josefhauses ein. Am Springbrunnenbecken wurde der Sommerabend gekrönt mit frischem Brot und Wasser. Einige sagten beim Abschied: „Bis zum nächsten Mal in Alme.“ Dorthin lädt Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer am Freitag, 4. August um 18.00 Uhr zum Geistlichen Spaziergang in der Nähe des Almer Quelltopfs ein. Treffpunkt, Entenstall, Untere Bahnhofstraße.   KKB